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Trend: Was taugen sogenannte Luftfeder-Schuhe? Zwei Erfahrungen.

Ein Schuh-Trend ist dieses Jahr nochmals aufgetaucht. Die sogennnten Luftfeder- oder Luftkissen-Schuhe gibt es schon einige Zeit. Verschiedene Hersteller experimentieren mit solchen Sohlen. Auch mit gebogenen, die eine neue Gangart erfordern. Bei aktuellen Exemplaren entweicht der zuvor angesogene Luftvorrat bei jedem Abrollen von der Sohle in den Schuh-Innenraum durch Ventile und verspricht wohlig-weiches, luftiges Gehen. Doch gibt es auch Schattenseiten, so berichten uns Kunden.

Stark gefedert und gut belüftet durch Luftbett (Foto: Morell)

Bestechend bei diesem Schuhwerk ist, dass durch die extremen Federeigenschaften ein Gehen wie am Strand simuliert werden kann. Es findet tatsächlich eine spürbar angenehme Art der Schock-Absorption statt. Auftritts- und Abrollenergien werden von der Sohle butterweich aufgenommen und luftig abgefedert. Gleichzeitig bleibt der Fuß durch vermehrten Luftaustausch sehr trocken. Uns haben Kunden geschildert, dass sie ihre Fersensporn-Schmerzen sogar kurzfristig verloren haben. Und sie waren froh darum, fühlten sich endlich erlöst. Allerdings: Da der Schuh ohne haltgebendes oder aktivierendes Laufbett angeboten wird, fehlt das Ansprechen der 4 Punkte, von denen wir immer wieder sprechen. Das Gehen wirkt zwar leicht, wie auf Moos. Nach Überwinden der anfänglichen Irritation durch geringen Halt bei ungewohnt intensivem Training aller Muskelgruppen ist das Gehen dann durchaus angenehm. Doch bei nur geringem Gefälle eines Bürgersteiges etwa wird das Gangbild bereits unsicherer. Es muss laufend gegengesteuert und korrigiert werden, der Gang wird mitunter unsicher, schwammig und anstrengend, auch in der Natur. Der Schuh wirkt zudem ungewohnt schwer und klobig. Dieser Eindruck wird durch das weiche Ganggefühl wettgemacht.

Wir sind der Überzeugung, dass zu weiche und in den Sohlen nachgebende Schuhe nicht wirklich funktionieren, schon gar nicht mit Einlagen. Der auf den Fuß wirkende Körperdruck kann bereits bestehende Fehlstellungen verstärken. Und die Muskulatur kann über diese Schuhe kaum trainiert werden, da die sensomotorischen Impulse im Fuß einfach weggedämpft werden. Die Schuhindustrie versucht immer wieder, Themen aufzunehmen, das Thema Schuh weiterzuentwickeln, neue Zielgruppen zu begeistern (z.B. Menschen mit Fußschmerzen) und produziert mitunter Schuhe, die in der biomechanischen Umsetzung nicht so gut funktionieren.

Kurzum: Ein derart gefedertes Gehen kann auf Dauer zu Verspannungen einzelner Muskelpartien führen. So beschrieb es auch ein Kunde, der anfangs so begeistert war. Die Abrollprobleme, die vorerst wie weggeblasen schienen, kehrten am 3. Tag verstärkt zurück. Ein Gehen ohne Schmerzen im Vorderfuß war für ihn nicht mehr möglich, trotz bester Luftfederung. Er ist dann wieder auf seine Schuhe mit sensomotorischen Einlagen umgestiegen. Tageweise trägt er die Luftgefederten noch, jedoch nie länger. Der Kunde mit Fersensporn ist noch immer begeistert … wir berichten. Zum Thema Einlagen tragen in Luftkissen-Schuhen schreibt hier der Hersteller kybun auf seiner Webseite:

„Allgemein kann man sagen, dass wir in den meisten Fällen raten, den kyBoot ohne Einlage zu tragen. Die weich-elastische kyBoot-Sohle passt sich jeder Fussform angenehm an, der Fuss wird sanft eingebettet und kann sich gleichwohl frei bewegen. Da Einlagen ein hartes, stabiles Fundament brauchen, funktionieren Einlagen nicht optimal auf der weich-elastischen kyBoot-Sohle.“

Man baut hier ganz auf das Konzept, dass das natürliche Abrollen des Fusses auf der weich-elastischen Sohle die Fussmuskeln stärkt und die Füsse insgesamt stabiler macht. Da bleiben wir doch etwas skeptisch. Welche Erfahrungen haben Sie mit solchen Schuhen gemacht? Wir freuen uns über Rückmeldungen.

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5 thoughts on “Trend: Was taugen sogenannte Luftfeder-Schuhe? Zwei Erfahrungen.

  1. Hallo,
    ich kann diese eher negative Erfahrung nicht bestätigen. Ich trage Kyboots seit 2012. Phasenweise über die letzten Jahre fast durchgehend.
    Ich denke es hängt von der Art der Beschwerden ab. Bei starken Wirbelsäulenbeschwerden und Asymetrien wirken sie sehr gut dämpfend, federnd. Für jemanden der so starke Beschwerden hat das er nur noch kurze Strecken schmerzfrei bewältigen kann ist dies besser als jede Einlage bisher. Genau genommen die einzigen Schuhe mit denen ein Joggen überhaupt noch möglich ist.
    Es ist m.M. ein Vergleich Äpfel mit Birnen Kyboot Schuhe mit sensomotorisch, stützenden Einlagen zu vergleichen. Die Schuhe wirken eher wie ein Mikrotrampolin und simulieren den Gang auf weichem, dämpfenden Lehmboden. (während MBT oder Joya eher den Gang auf Sand simulieren und das Gleichgewicht trainieren)
    Ich denke eher das es wichtig und sinnvoll ist verschiedene Schuhe bzw. Konzepte abzuwechseln. Wer jahrelang auf nur ein und der selben Einlage läuft bringt dem Körper auf Dauer ebenso wenig Abwechslung, wie täglich auf den Kyboots zu laufen.
    Ich selbst verwende ihre Senso Einlage erfolgreich in meinen Sicherheits Arbeitsschuhen. Früher hatte ich reine Medreflexx Aktiveinlagen. Ich denke hier macht der Vergleich eher Sinn. Diese werden regelmässig angepasst, da sich der Körper nach 6 Monaten an die Einlage gewöhnt hat und der Effekt ausbleibt. Der Hauptvorteil von sensomotorischen Einlagen scheint die Möglichkeit der „gezielten“ und nicht unspezifischen Wirkung auf eine bereits vorhandene Fehlstatik zu sein.

    1. Total begeistert von den Kyboots !!!!!

  2. Ich habe sowohl MBT- als auch kyboot-Schuhe getragen. Fand sie beide angenehm zu tragen. Mein einziger Kritikpunkt: Beide machen mechanisch nach c. 3-4 Jahren schlapp, obwohl äusserlich keine Abnutzung erkennbar ist. Die dicke, weiche Sohle zersetzt sich. Bei MBT bin ich auf taube Ohren gestossen. Bei kyboot müsste ich noch vorsprechen.
    RS

    1. Generell bin ich der Meinung, dass wenn Patienten mit Fußproblemen und Fußfehlstellungen ihre Lösungen in dämpfenden, weichen Schuhen sehen, ist dieses für mich nicht immer nachvollziehbar. Meist verstärkt sich die Problematik der Fehlstatik, wenn kein Druckwiderstand in der Schrittabwicklung stattfindet. Zu weiche Schuhe geben dann durch ihre weiche Sohle im Auftritt der Ferse zu stark nach und vergrößern das vorhandene Problem. Der therapeutische Ansatz ist bei einigen Schuhen bestimmt sinnvoll. Aber es sollte nicht die grundsätzliche Lösung für Fußprobleme sein. Mit Dämpfung und Federungen am Fuß sollte immer vorsichtig umgegangen werden und von einem guten Fachmann unter Berücksichtigung der Biomechanik eingestellt werden.

  3. Ich hatte schon viele Kybun Schuhe und war eigentlich sehr zufrieden nur dass diese für den Preis viel zu schnell kaputt gehen und was mich stutzig macht immer an der gleichen Stelle unter dem Swiss Made Zeichen auf der Sohle bekommen sie Löcher wo das Wasser eindringt, ich habe es schon bei Kybun gemeldet weil ich sicher schon 6 Paar hatte und immer das gleiche Problem, da stimmt doch in der Produktion etwas nicht……doch geändert hat sich nichts, schade eigentlich, ich stelle jetzt auf Joya um uns schaue mal ob diese länger halten, mit MBT hatte ich diese Probleme nicht, diese hielten länger !!!!!

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