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Einlagen in Sicherheitsschuhen – vom Orthopädischuhmacher oder vom Sanitätshaus?

Krankenkassen übernehmen die Kosten für orthopädische Schuheinlagen nur bei Privatschuhen. Bei Sicherheitsschuhen tritt die gesetzliche Unfallversicherung ein, sofern die Fußschädigung die Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ist. Liegt kein Arbeitsunfall vor, kommen andere Kostenträger infrage – zum Beispiel die gesetzliche Rentenversicherung oder die Bundesagentur für Arbeit.

Wer unter geringen Beschwerden wie beispielsweise Druck und Schmerzen durch einen leichten Senk- oder Hohlfuß leidet, benötigt meist eine semi-orthopädische Einlegesohle, um die Füße zu unterstützen. Bei stärkeren Beschwerden wie beispielsweise einem Knick-Senkfuß, einem starken Spreizfuß oder einem Fersensporn werden orthopädische Schuheinlagen benötigt, die ein Arzt verschreiben kann. Gefertigt werden die Einlagen dann von Orthopädieschuhmachern oder Sanitätshäusern gemäß der vorliegenden Fertigungsanweisungen.



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Was ist der Unterschied zwischen konfektionierten Einlegesohlen und Fußstützen und orthopädischen Maßeinlagen?

Auf den ersten Blick scheint die Vielfalt von Erscheinungsformen und Einsatzmöglichkeiten fußunterstützender Ausstattungen unübersichtlich. Und es gibt zum Thema viele Missverständnisse. Hier eine Klärung:

4Point-Einlagen von oben
Es gilt zu unterscheiden …

Konfektionierte Einlegesohlen benötigen keine ärztliche Verordnung. Sie werden als mechanische Hilfsmittel allgemein bei Fußbeschwerden verwendet, wobei keine verbessernde Wirkung auf vorliegende Fußerkrankungen erfolgt. Die Einlegesohlen dienen zur Wärmeverbesserung, Weichpolsterung und Schweißabsorption. Verwendet werden verschiedene Materialien. Die weiche flexible Grundsohle ist zum Beispiel mit Wolle, Aktivkohle, Schaumstoff oder Textilfasergewebe oder perforiertem Material überzogen.

Konfektionierte, leichte und platzsparende Fußstützen sind zur Abstützung der Gewölbe vorgesehen. Zur Fertigung werden haltbare und elastische Materialien wie Gummi, Schaumstoffe, Kork-Latex-Gemische, die mit Leder oder textilen Stoffen ­überzogen sind, verwendet.

Orthopädische Maßeinlagen werden zur Behandlung von Fußerkrankungen und Fußdeformitäten vom Arzt paarweise verordnet und vom Orthopädietechniker oder Orthopädieschuhmacher gefertigt. Mit Maßeinlagen können statische und dynamische Belastungen des Fußes verbessert werden. Weiterhin ist eine Druck- und Gewichtsumverteilung wichtig. Unterschieden werden Stütz-, Korrektur-, Bettungs-, Sonder-, sensomotorische Einlagen und diabetesadaptierte Fußbettungen. Für den Bereich Arbeits- und Sicherheits-Schuhe gelten besondere Kriterien und Voraussetzungen  durch gesetzliche Maßgaben. Für den kindlichen wachsenden Fuß kommen vorwiegend korrigierende Maßeinlagen infrage. Beim diabetischen oder rheumatischen Fuß sind zur Druckumverteilung durch Abbau von Druckspitzen diabetesadaptierte Fußbettungen unverzichtbar.

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Können Einlagen, die online vertrieben werden, gesundheitliche Schäden verursachen?

Online bestellte Einlagen sollen gesundheitlich bedenklich sein. Diese Auffassung vertritt die medizinische Fachgesellschaft und sie hat sich klar gegen eine Onlineversorgung ausgesprochen. Pressemitteilung hier lesen. Als Grundlage des Unmutes dient der von der Barmer Krankenkasse mit Craftsoles (Firma Mevo) geschlossene Vertrag in der Produktgruppe 08 Einlagen- Onlineversorgung. Hier eine Entgegnung von Peter Hartung, Gründer von 4PointEinlagen und Betreiber dieser Seite:

Einlagen neben Schuhen auf einem Tisch
Wir haben dazu eine ganz eigene Auffassung – aus Erfahrung

„Es ist ein Schreiben an die Krankenkassen Barmer, Tkk und den Spitzenverband der Krankenkassen (GKV) verfasst worden, der von vielen hochdotierten Gesellschaften, Professoren, Doktoren und Präsidenten unterschrieben wurde, sich gegen die Onlineversorgung zu stellen. In der Ausführung wird beschrieben, was alles passieren könnte, wenn keine fachliche und persönliche Betreuung vor Ort gewährleistet wird. Des bestünde die Angst, dass Risse und Rupturen der Sehnen oder weitere Gesundheitsschädigungen aufgrund unsachgemäßer Einlagen entstehen.

Da ich seit 2018 erfolgreich einen Onlinehandel in der Fertigung von Einlagen nach Maß betreibe, und als Orthopädieschuhmacher Meister in Hamburg persönlich Einlagen anmesse und abgebe, habe ich schon viele Erfahrungen gesammelt und möchte deshalb meine Meinung zu dieser Thematik hier mitteilen. Meine Onlinekunden sind zu 99% zufrieden und haben die Möglichkeit bei nicht gefallen, die Einlage zurück zu schicken und das Geld erstattet zu bekommen. Sie bekommen einen Trittschaum zugeschickt und einen ausführlichen Fragebogen. Im Moment sind das alles noch Selbstzahler. Warum sollten gesetzlich Versicherte mit einem vom Arzt/ Orthopäden ausgefüllten Rezept, wo Diagnosen und Hinweise ersichtlich sind, die zudem noch einen Fragebogen mit individuellen Schmerzpunkten und Beschwerden ausfüllen, nicht gut versorgt werden?

Als es noch keinen Trittschaum oder Scanner gab, haben wir die Abdrücke immer nach Blauabdruck- 2 D Darstellung gefertigt. Es gibt im Internet unterschiedliche Hersteller, die Einlagen im Onlinebereich anbieten und vertreiben und man kann kein negatives Pauschalurteil  über diese abgeben. Meiner Meinung nach sind mangelnde Versorgungen und Einstellungen mit billigen Einlagen nach Maß auch ein Problem in der vor Ort Versorgung. Es steckt immer eine Person dahinter, die die Einstellungen nicht fachgerecht und damit mangelhaft umsetzt. Ich betreibe meinen seit 100 Jahren bestehenden Handwerksbetrieb sehr gewissenhaft und möchte trotzdem in der modernen, digitalen Welt weiterkommen und mithalten, weshalb ich an den Einlagen- Onlinehandel glaube.

Die von mir entwickelten Einlagen sind nicht mit den Standardeinlagen vergleichbar, die es auf dem Markt gibt. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung mit der Versorgung von Patienten, habe ich 2015 neue und eigene Formen entwickelt, die aktiv in die plantare Ebene der Rückfußes arbeiten, um diesen zu stabilisieren. Die Wirkung dieser aktivierenden Einlagentechnik setzt neue Maßstäbe in der Versorgung von Statik und Fußproblemen, gegenüber den am Markt passiven Einlagen. In den letzten 6 Jahren habe ich so viel positives Feedback von meinen Kunden vor Ort, als auch von den Onlinekunden, bezüglich der Qualität und Wirksamkeit meiner Einlagen erhalten, dass ich von meinen Produkten absolut überzeugt bin. Die Funktion und der Nutzen steht bei meinen Einlagen im Vordergrund.

Darum kann ich nicht verstehen, dass die Handwerkskammer und die Politik den digitalen Wandel fordern, jetzt aber von den Verbänden der Onlinehandel angegriffen wird. Ich frage mich:

  • Sollen alte Traditionen oder Besitzstandwahrung die neuen Formen des digitalen Zeitalters ausbremsen?
  • Ist Angst und Druck der Verbände in dieser Form, nicht der größte Killer von Leistung und Fortschritt?
  • Haben sich die Herren gedanklich mit der Zukunft der Versorgung auseinandergesetzt?

Sehen wir in die Zukunft, dann müssen neue Konzepte für die Versorgung von Patienten bereitgestellt werden, die effizienter und leistungsfähiger sind als nur die vor Ort Versorgung. Ich bin überzeugt, dass der bevorstehende Facharbeitermangel und steigende Bedarf an Maßeinlagen durch die auf Einlagen spezialisierten Betriebe online aufgefangen werden könnte. Ich sehe eine von den Krankenkassen akzeptierten Onlineversorgung als Zusatz zur bestehenden Versorgung im örtlichen Bereich.

Da die Krankenkassen den Versorgungsauftrag ortsnahe gegenüber den Versicherten erfüllen muss und schon heute viele Lücken in der Versorgung der Maßeinlagen entstanden sind, sollte der Patient die Möglichkeit haben, sich auch für eine Onlineversorgung zu entscheiden“

Peter Hartung, Hamburg-Bergedorf, 31.8.’21


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Zahle ich selbst oder mein Arbeitgeber für Sicherheitsschuh-Einlagen und wie bekomme ich sie am einfachsten?

In der Regel trägt die Firma die Kosten. Je nachdem, wer für Ihre Einlagen aufkommt, gibt es kleine Unterschiede im Bestellprozess. Diese haben wir weiter hier anschaulich für Sie aufbereitet. Eins ist jedoch immer gleich: Bevor wir Ihre ganz persönlichen Einlagen in Handarbeit fertigen, teilen Sie uns Ihre genauen Schmerzpunkte mit und schicken uns den gelieferten Trittschaumabdruck zurück, damit wir Ihr persönliches Fußprofil erstellen können.

Zertifizierter Arbeitsschuh mit Einlagen
Mehrere Schuhhersteller bieten zertifizierte Schuhe in Kombination mit entsprechenden Einlagen an, die orthopädisch individuell anzupassen sind

Der Hintergrund ist die Europäische DGUV Regel 112-191 über eigene Einlagen in Sicherheitsschuhen: Schuhe für lose Einlagen sind für Personen gedacht, die orthopädische Einlagen tragen müssen und für die daher normale Sicherheits-, Schutz- oder Berufsschuhe nicht geeignet sind. Mehrere Schuhhersteller bieten deshalb zertifizierte Schuhe in Kombination mit entsprechenden Einlagen an, die orthopädisch individuell anzupassen sind. Dies ist der Fall bei unseren sensomotorischen Einlagen, die auf ELTEN Arbeitsschuhe abgestimmt sind.

Die Verwendung anderer als die vom Schuhhersteller angebotenen Schuheinlagen ist unzulässig, weil der Schuh gegenüber dem geprüften Baumuster durch Einlagen verändert wird. Beispielsweise könnte durch solche Einlagen die erforderliche Resthöhe unter der Zehenkappe oder die elektrische Leitfähigkeit beeinträchtigt werden. Wir bieten Ihnen Einlagen für alle Arbeitsbereiche für die entsprechend zertifizierten Schuhe von ELTEN an.

Die Vorgehensweise ist einfach:
–  Kauf der Sicherheitsschuhe mit entsprechender Kennzeichnung
– Gang zum Orthopädieschuhmacher (uns) mit dem vom Orthopäden ausgestelltem Rezept.
–  Der Orthopädieschuhmacher (wir) stellt die Einlagen nach dem Abdruck her.

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